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Weben von Maya-Stoffhängematten in Nahualá

Im vulkanischen Hochland von Guatemala haben einige Handwerker aus dem Dorf Nahualá seit Generationen ein einzigartiges Textilhandwerk fortgeführt: das Weben von Maya-Stoffen für Hängematten. Hier ist jede Hängematte das Ergebnis langsamer, präziser und zutiefst menschlicher Arbeit, bei der Gestik, Rhythmus und Material untrennbar miteinander verbunden sind.

Diese traditionelle Webtechnik erzeugt Hängematten, die extrem weich, strapazierfähig und anschmiegsam sind und den Körper beim Ausruhen sanft umschmeicheln – genau wie es in der Maya-Kultur seit jeher üblich ist.

Nahualá: lebendige Handwerkskunst aus dem vulkanischen Hochland

In Nahualá gehören Webstühle aus Holz zum Alltag. Dieses traditionelle Handwerk, das innerhalb der Familien weitergegeben wird, hat sich in einem schwierigen Umfeld entwickelt, das von der Geschichte des Dorfes, vergangenen Konflikten und der Auswanderung vieler Handwerker in die Vereinigten Staaten geprägt ist.

Trotzdem bewahren einige Familien diese traditionellen Techniken weiterhin, da sie davon überzeugt sind, dass das Weben nicht nur ein Handwerk, sondern auch ein Teil der kulturellen Identität ist.

Vorbereitung des Fadens: Farben, Geduld und Einfallsreichtum

Noch bevor mit dem Weben begonnen wird, beginnt ein langer und sorgfältiger Prozess: die Vorbereitung des Baumwollfadens.

Die Fäden werden zunächst nach Farben sortiert und dann um grosse Holzkonstruktionen gewickelt, die sich um eine vertikale Achse drehen, ähnlich wie es traditionell in anderen Teilen der Welt, beispielsweise in Mitteleuropa, üblich ist. Durch diesen Schritt entstehen die charakteristischen Muster und Farbstreifen der Maya-Hängematten.

Zur Vorbereitung der Kette wird der Faden dann mit einem handgefertigten Spinnrad aufgewickelt, das von einem Fahrradrad angetrieben wird, oft manuell oder mit Pedalen. Diese geniale Maschine, die vollständig mechanisch und ohne Strom funktioniert, produziert einen gleichmässigen Faden und sorgt gleichzeitig für einen sanften und kontrollierten Arbeitsrhythmus.
Sie ist ein schönes Beispiel für handwerkliche Innovation, die aus Notwendigkeit und Erfahrung entstanden ist.

Vorbereitung von Baumwollschussgarn auf einem Spinnrad – handbetriebene Fahrradmaschine

Weben auf einem hölzernen Webstuhl: Arbeit für Körper und Hände

Die Maya-Stoffhängematte wird auf einem traditionellen Holzwebstuhl gewebt, wobei sowohl die Hände als auch die Füße des Handwerkers zum Einsatz kommen.

Der mit dem Schussfaden beladene Holzshuttle wird manuell zwischen den Kettfäden hindurchgeführt. Jeder Durchgang wird präzise nach unten gedrückt, um eine gleichmässige Dichte und hohe Festigkeit des Gewebes zu gewährleisten.

Diese Arbeit erfordert Konzentration, Koordination und Ausdauer. Der gesamte Körper ist am Weben beteiligt, in einer sich wiederholenden und fliessenden Bewegung, die fast meditativ ist.

Zusammenbau und Nähen: eine Gemeinschaftsleistung

Da die Breite des Stoffes durch den Webstuhl bestimmt wird, besteht die fertige Hängematte aus mehreren Stoffstreifen, die sorgfältig von Hand oder maschinell zusammengenäht werden.

Diese Nähte bilden oft ein dezentes Pfeilmuster, das für diese Art von Hängematten charakteristisch ist. Traditionell wird das Nähen mit Nadel und Faden von Frauen ausgeführt, was den kollektiven und komplementären Charakter dieses indigenen Handwerks verdeutlicht.

Handgenähtes Pfeilspitzenmuster zum Verbinden der Stoffstreifen

Die Kanten werden anschliessend verstärkt, um ein Ausfransen zu verhindern, und die Enden werden für die Befestigung der Aufhängeschnüre vorbereitet, die ebenfalls aus Baumwolle handgeknüpft sind.

Endgültige Hängnähte

Komfort, der sich natürlich an den Körper anpasst

Dank dieser dichten und flexiblen Webtechnik passt sich die Maya-Stoffhängematte ganz natürlich der Körperform an. Sie verteilt das Gewicht gleichmässig, ohne Druckstellen, und bietet so idealen Komfort zum Entspannen, Nickerchen machen oder Schlafen.

Es ist kein Zufall, dass diese Hängematten in Guatemala seit Jahrhunderten täglich verwendet werden.

Eine Tradition, die zwar fragil, aber lebendig ist

Die Geschichte von Nahualá ist geprägt von schwierigen Zeiten, darunter Konflikte zwischen Dörfern und einer hohen Abwanderungsrate. Viele Handwerker haben die Region verlassen, um in den Vereinigten Staaten Arbeit zu suchen, wodurch die Weitergabe dieser Fertigkeiten gefährdet ist.

Heute steht das traditionelle Weben vor einer doppelten Herausforderung: der Konkurrenz durch billige Industrieprodukte und dem allmählichen Verschwinden der Handwerker. Diejenigen, die geblieben sind, führen diese Techniken jedoch mit Stolz weiter, überzeugt von ihrem kulturellen und menschlichen Wert.

Das Teilen dieser Gesten, Bilder und Geschichten ist auch eine Möglichkeit, zur Erhaltung dieses lebendigen Erbes beizutragen.

Unser Engagement bei Mayan Dreams

Bei Mayan Dreams arbeiten wir direkt mit Kunsthandwerkern in Nahualá zusammen, ohne Zwischenhändler. Wir unterstützen ihre Arbeit durch faire Bezahlung, Vorschüsse für Rohstoffe und praktische Hilfe bei der Produktion.

Jede Hängematte wird anschliessend sorgfältig geprüft und fertiggestellt, um eine dauerhafte Qualität zu gewährleisten, die der ursprünglichen Handwerkskunst treu bleibt und den heutigen Anforderungen entspricht.

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